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27.04.2012 | Innovation

Open Innovation

Wenn organisatorische Grenzen überwunden werden

Open Innovation ist Trend. Konferenzen und Bücher zum Thema schießen allerorts aus dem Boden. Die Idee von Open Innovation als Prozess wird nicht nur in der Produktentwicklung, sondern auch in der öffentlichen Verwaltung und der politischer Entscheidungsfindung diskutiert und umgesetzt. Ist das alles nur ein neuer Hype oder steckt mehr dahinter?

Was ist neu?
Egal wo, schon immer arbeiten verschiedene Akteure zusammen, um gemeinsam Probleme zu lösen und Kräfte zu bündeln. Neu ist die systematisierte Herangehensweise über den gesamten Innovationsprozess statt nur in der Phase der Ideengenerierung. Dabei ist Open Innovation vor allem eine Geisteshaltung, die dem „not-invented-here-Verhalten“ gegenübersteht, und radikale Innovation durch die Lockerung von Kontrolle und die Befreiung von Wissensflüssen möglich macht. Diese neuen offenen Innovationsprozesse, nehmen externe Ressourcen hinzu und stellen eigene Ressourcen für andere zur Verfügung – und das in allen Prozessschritten von der Ideenfindung bis zur Implementierung über bisherige organisatorische Grenzen hinweg. Die Vernetzung der Welt durch Social Media & Co macht dies heute möglich.

Open Innovation ist mehr ein mindset als eine Methode
Open Innovation ist mehr ein mindset als eine Methode



Die Probleme
Kooperation und Mitbestimmung für alle Beteiligten, auch für kleine, macht unerwartete Innovation erst möglich. Die Ressourcen zu finden, die Akteuren bei ihrer Innovation weiterhelfen können, ist dabei einer der Schlüsselpunkte. Es geht hier jedoch nicht nur um "Networking" mit denen da draußen, es geht vielmehr darum, mit Externen so zusammenzuarbeiten wie man es auch mit Internen tun würde. Dieses neue Mindset ist nicht einfach, denn es stellt 100 Jahre Businesspraxis auf den Kopf. Das braucht Übung und Zeit. Währenddessen hat auch das Marketing Open Innovation entdeckt und klebt das Label auf alles Alte damit es sich besser verkauft. Wenn auf einmal alles "Open Innovation" ist wird es dadurch nicht klarer.

Next steps
Experten sagen Open Innovation wird es in ein paar Jahren nicht mehr geben. "Open Innovation" wird zur normalen "Innovation". Denn Offenheit im Innovationsprozess ist eine Frage des Überlebens für Unternehmen. Keiner kann sich leisten das zu ignorieren. Damit stehen wir potenziell vor einer kopernikanischen Wende der Gesellschaft. Um das volle Potenzial individueller Ressourcen wirklich zu nutzen, müssen organisationsübergreifende Formen der Kollaboration gefunden werden die Andersartigkeit als Potenzial und nicht als Gefahr sehen. Hierarchisch strukturierte Organisationen müssen lernen mit freien Verbünden und Netzwerken, mit wechselnden Ansprechpartnern der Crowd umzugehen. Letztendlich geht es darum, die Bedürfnisse des anderen zu verstehen und die Anforderungen seiner Organisation(sform) zu akzeptieren. Die Welt wird dadurch etwas bunter - und das ist schon immer der Nährboden wür echte Innovationen.



© Andreas Wichmann 2010